Der Hype erzählt von Agenten, die ganze Firmen führen. Die Praxis ist kleiner und nützlicher: Ein Berater hat jeden Tag dieselben zwanzig Minuten Reibung – Kalender, Postfach, Ticketliste, Zeiterfassung. Genau dort beginnen wir.
08:10 – Briefing
Ein Befehl, ein Agent: Er liest den Kalender, die offenen Tickets, die ungelesenen Mails und die Liste offener Schleifen vom Vortag. Er filtert Automatik-Müll heraus und gibt einen konkreten Einstieg: „Drei Termine, davon einer ohne Agenda – soll ich nachfragen? Ticket 44682 wartet seit vier Tagen auf dich.“ Was er nicht tut: antworten. Entwürfe ja, Versand nie ohne Freigabe.
09:00 – Triage
Der Agent holt die offenen Tickets, sortiert nach Dringlichkeit und fragt, wie viel Zeit da ist. Dann arbeitet er sie mit: Ticketdetails lesen, Runbook vorschlagen, Kundenantwort entwerfen. Die Antwort liest der Mensch, ändert zwei Sätze, gibt frei.
14:30 – Eine Kundenumgebung prüfen
Für einen Mandanten soll der Tenant-Zustand erhoben werden. Der Agent darf lesen: Conditional-Access-Policies, App-Registrierungen, Mail-Security. Er darf nichts ändern – dieses Werkzeug ist nicht registriert. Das Ergebnis ist ein Bericht, der Rest ist Beratung.
17:20 – Session schließen
Der Agent fasst zusammen, was heute passiert ist, vergleicht Anwesenheit mit gebuchter Zeit, findet die Lücken und schlägt Buchungen vor – mit Kollisionsprüfung gegen das Ticketsystem. Dann aktualisiert er die Liste offener Schleifen für morgen.
Was das gebracht hat
Die Technik dahinter ist unspektakulär: ein MCP-Server für Microsoft Graph, einer für das Ticketsystem, ein paar Regeldateien. Spektakulär ist, wie schnell man sich daran gewöhnt – und wie klar die Grenze bleibt, weil sie von Anfang an gezogen wurde. Genau das bauen wir in unseren Workshops mit Teams nach.