Als der Begriff „Vibe Coding“ aufkam, meinte er das Gegenteil von Disziplin: dem Modell sagen, was man will, auf „Accept“ drücken, nicht hinschauen. Für einen Prototyp am Wochenende ist das in Ordnung. Für alles, was Kunden benutzen, ist es fahrlässig.
Was wir in Projekten beobachten: Die Teams, die mit KI-Agenten wirklich schneller werden, arbeiten strukturierter, nicht weniger strukturiert. Sie schreiben Spezifikationen, die ein Modell verstehen kann. Sie hinterlegen Regeln, die bei jedem Aufruf gelten. Sie lassen Tests schreiben, bevor Code entsteht. Und sie behandeln jeden Vorschlag der KI wie einen Pull Request eines talentierten, aber unerfahrenen Kollegen: lesen, prüfen, nachfragen.
Drei Dinge, die den Unterschied machen
- Kontext. Ein Agent, der das Repository, die Architekturentscheidungen und die Konventionen kennt, produziert Code, der hineinpasst. Einer, der nur den Prompt sieht, produziert Code, der irgendwo hineinpasst.
- Regeln. „Keine Secrets im Code“, „jede Änderung mit Test“, „keine neuen Abhängigkeiten ohne Rückfrage“ – solche Sätze in einer Regeldatei wirken bei jedem einzelnen Aufruf. Sie sind der günstigste Hebel, den es gibt.
- Rhythmus. Kleine Schritte, jeder deploybar. Ein Agent, der drei Stunden ohne Rückmeldung arbeitet, baut drei Stunden in die falsche Richtung.
Das ist Handwerk. Es lässt sich lernen, in Tagen, nicht in Jahren. Und es ist der Grund, warum wir unsere Firma nicht „Vibe“ genannt haben, sondern „Vibe Codex“.