· Methode

Spezifikationen werden wichtiger, nicht unwichtiger

Wenn Code billig wird, wird Klarheit teuer. Über die eine Fähigkeit, die in KI-Projekten den Ausschlag gibt.

Eine verbreitete Annahme: Wenn die KI den Code schreibt, braucht man keine Spezifikation mehr – man probiert einfach aus. Unsere Erfahrung ist das Gegenteil. Je billiger das Schreiben von Code wird, desto mehr entscheidet die Frage, was geschrieben werden soll.

Das Problem mit „einfach ausprobieren“

Ein Agent, der eine vage Aufgabe bekommt, trifft hundert kleine Entscheidungen selbst. Welche Felder hat ein Kunde? Was passiert bei doppelten Einträgen? Wer darf löschen? Jede dieser Entscheidungen ist plausibel – und zusammen ergeben sie ein System, das niemand so gewollt hat.

Was eine gute Spezifikation heute ist

  • Kurz. Eine Seite, nicht dreißig. Sie wird bei jedem Aufruf mitgelesen.
  • Konkret in dem, was nicht passieren darf. „Keine Löschung ohne Bestätigung“ ist wertvoller als drei Absätze über die Vision.
  • Mit Beispielen. Ein Beispiel-Datensatz sagt mehr als ein Datenmodell in Prosa.
  • Lebendig. Sie wird angepasst, wenn sich etwas ändert – und liegt im Repository, nicht in einem Wiki.

Wir nennen diese Datei den Kodex des Projekts. Sie ist das Erste, was wir in jedem Projekt schreiben, und das Letzte, was wir übergeben.